Einer, der an dich glaubt

Jürgen Ferrary
19. Oktober 2026

Manchmal verändert ein einziger Mensch unser Leben. Nicht unbedingt, weil er etwas Großartiges für uns tut. Sondern weil er etwas in uns sieht, das wir selbst längst übersehen haben. Er glaubt an uns, als wir schon aufgegeben haben. Er ermutigt uns, als wir uns nichts mehr zutrauen. Und plötzlich wagen wir einen Schritt, den wir allein vielleicht nie gegangen wären.

In der Bibel begegnen uns solche Menschen. Barnabas zum Beispiel. Als Paulus nach seiner Begegnung mit Jesus Christ geworden war, begegneten ihm die anderen Christen mit Misstrauen. Schließlich hatte er sie früher verfolgt! Doch Barnabas nahm ihn an die Hand und setzte sich für ihn ein (Apostelgeschichte 9,26–27). Er sah nicht nur den Mann, der Paulus gewesen war, sondern auch den Menschen, den Gott aus ihm machen konnte. Manchmal braucht ein Mensch jemanden, der mehr an seine Zukunft glaubt als an seine Vergangenheit.

Auch Jesus begegnete Menschen mit diesem Blick. Als Simon zu ihm kam, gab Jesus ihm einen neuen Namen: Petrus – der Fels (Johannes 1,42). Das klingt erstaunlich, denn Petrus war alles andere als ein Fels in der Brandung. Er war begeistert, impulsiv und manchmal ziemlich großspurig. Später verleugnete er Jesus sogar. Trotzdem hatte Jesus ihn nicht abgeschrieben. Er sah, was aus diesem unvollkommenen Menschen noch werden konnte.

Vielleicht kennst du das Gefühl, dass andere dir mehr zutrauen als du dir selbst. Oder du wartest schon lange darauf, dass endlich jemand sagt: „Ich glaube an dich. Du kannst das schaffen.“ Es ist wunderbar, wenn wir solche Menschen an unserer Seite haben. Doch selbst wenn gerade niemand da ist, der uns ermutigt, dürfen wir wissen: Gott sieht mehr in uns als unsere Fehler, unsere Ängste und unsere Grenzen. In 1. Samuel 16,7 lesen wir: „Lass dich von seinem Aussehen und von seiner Größe nicht beeindrucken. Er ist es nicht. Denn ich urteile nach anderen Maßstäben als die Menschen. Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können; ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.“

Und jetzt kommt die spannende Frage: Könntest du für einen anderen Menschen dieser eine Mensch sein? Vielleicht für dein Kind, das gerade an sich zweifelt. Für einen Kollegen, der sich nichts zutraut. Für einen Freund, der einen Rückschlag erlebt hat. Du musst dafür keine großen Reden halten. Manchmal reicht ein ehrliches Wort, ein aufmerksames Zuhören oder die Nachricht: „Ich sehe, wie du dich bemühst. Gib nicht auf!“

Die Bibel fordert uns in 1. Thessalonicher 5,11 auf: „So ermutigt und tröstet einander, wie ihr es ja auch bisher getan habt.“ Das ist mehr als freundliche Höflichkeit. Es kann ein entscheidender Beitrag dazu sein, dass jemand wieder Mut fasst. Du musst nicht das Leben eines Menschen verändern können. Aber du kannst ihm helfen, den nächsten Schritt zu wagen.

Deine Herausforderung für heute: Überlege, wer gerade Ermutigung gebrauchen könnte. Melde dich bei diesem Menschen und sage ihm ganz konkret, was du an ihm schätzt oder zutraust. Vielleicht wird dein Satz für ihn wichtiger, als du ahnst.

Sei gesegnet!

„Ein Wort der Ermutigung während eines Misserfolgs ist mehr wert als eine Stunde Lob nach dem Erfolg.“ – unbekannt

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